VENETO FEDERFÜHREND IM BARRIEREFREIEN TOURISMUS

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Ein plus von 5 Prozent in 3 Jahren lautet das Ziel des neuen vom Tourismusministerium finanzierten Projektes. ENAT, die Europäische Behörde für barrierefreien Tourismus, spricht von einem Markt, der 127,5 Millionen Menschen betrifft (wenn man 80 Millionen Menschen mit Behinderung, etwa 16% der europäischen Bevölkerung, und die Begleitpersonen rechnet), d.h. insgesamt etwa 27% der gesamten europäischen Bevölkerung. Beeindruckende Zahlen für einen als “Nischenmarkt” bezeichneten Bereich, auch weil zu diesen Zahlen alte Menschen, Eltern mit Kleinkindern im Kinderwagen oder Personen mit vorübergehender Mobilitätseinschränkung hinzugerechnet werden müssen; in der Summe errechnet sich so eine Zahl von 133 Millionen potentieller Touristen, mit wirtschaftlichen Einnahmen in Höhe von 89 Milliarden Euro.

“Die Region Veneto engagiert sich voller Überzeugung für die Entwicklung des barrierefreien Tourismus, was zugleich eine wirtschaftliche Gelegenheit und eine Kampagne der Zivilisation darstellt – erklärt der Landesminister für Tourismus Marino Finozzi – In den vergangenen Tagen wurde ein vom Tourismusministerium mit zwei Millionen Euro finanziertes Exzellenzprojekt genehmigt, bei dem sich die Region Veneto an der Spitze stehend einsetzt für eine breit angelegte Tätigkeit im Rahmen der Entwicklung des sozialen Tourismus, mit dem Ziel, in 36 Monaten, vom 1. März 2012 bis 1. März 2015, die Ströme der Touristen mit Behinderung um 5% zu steigern. Den barrierefreien Tourismus zu entwickeln bedeutet nicht nur, die Strukturen an die gesetzlichen Bestimmungen anzupassen, sondern eine Kultur der Gastfreundschaft zu verbreiten, deren vorrangiges Ziel die Zufriedenheit der Touristen mit besonderen Bedürfnissen ist.”

Ein Projekt, das die Fähigkeit steigern soll, Touristenströme mit besonderen Bedürfnissen anzuziehen und sie mit einer Qualität und einem Niveau der Dienstleistungen zu empfangen, die dafür sorgen, die Zufriedenheit und den Grad der Gästetreue weiter auszubauen. Die Initiative sieht an erster Stelle eine Phase des Screening vor, das Beobachten und Bewerten des Status der Zugänglichkeit. Ausgehend von diesen Daten wird dann darauf gesetzt, die Kultur der Gastfreundschaft anhand von Schulungsmaßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur wachsen zu lassen. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf einen bevorzugten Einsatz neuer Technologien von der Georeferenzierung der Strecken, bis zum ins Netz stellen der herausragenden Serviceleistungen, zur Entwicklung einer eigenen Marke, die den Zustand der Barrierefreiheit zertifiziert und damit eine Garantie für den Touristen darstellt; und schließlich wird der Bewerbung dieser Investitionen Raum eingeräumt, um die Barrierefreiheit des Tourismus im Veneto aufzuwerten.

Architektonische Barrieren sind nur einer der Aspekte, die angepasst werden müssen, damit sich alle Arten von Touristen wohl fühlen: Aus verschiedenen Untersuchungen und Befragungen von Bürgern mit besonderen Bedürfnissen, um die optimalen Bedingungen für den Urlaubsaufenthalt herauszufinden, ergibt sich, dass 61% dieser Urlauber eine Begleitperson benötigen, für 25% ärztliche Versorgung verfügbar sein muss, 7% architektonische Barrieren in den Strukturen und bei den Dienstleistungen überwinden müssen, 4% auf organisierte Reisen zurückgreifen, 3% der Befragten eine spezielle Kost benötigen.

Das Veneto ist ein italien- und europaweiter Bezugspunkt für barrierefreien Tourismus, auch dank der Tourismusmesse Gitando.All, dem Salon für Tourismus und Urlaub im Freien für alle, der auch dieses Jahr wieder in Vicenza stattfindet (vom 22. bis 25. März 2012) und im vergangenen Jahr 250 Aussteller und 30.000 Besucher zählte. Auf der Messe sind Touristiker, Ausstattungsgegenstände und Lieferungen vertreten. Die Veranstaltung bietet eine wichtige Gelegenheit für die Entwicklung der besten Anwendungsbeispiele für barrierefreien Tourismus.

Aufnahme an Stränden und Meer
Die weitläufigen Sandstrände des Veneto sind für Menschen mit Behinderung gut erreichbar, in Caorle gibt es beispielsweise den “barrierefreien Strand”, alle Wege, die von der Straße oder der Strandpromenade bis ans Meer führen sind mit dem Kinderwagen befahrbar. In Bibione besteht zudem die Möglichkeit, mit einem speziellen Strandwagen namens J.O.B. Chair bis ans Meer zu gelangen, der es Menschen mit Behinderung oder mit motorischen Problemen erlaubt, bis ins Wasser zu fahren, weil er aufblasbare Reifen besitzt. Die Stadt Venedig verfügt über ein eigenes Internetportal für Menschen mit Behinderung, mit Events, Informationen und Empfehlungen, wie man die Stadt besser erleben kann.

Auch der eingeschränkte Raum auf den Booten ist für eine vollständige Zugänglichkeit eingerichtet: So bietet UNII, die italienische Union für Binnenschifffahrt, zahlreiche Verfügbarkeiten an vollständig auf den Transport von Passagieren im Rollstuhl eingerichteten Strukturen, bei denen der Gast nicht nur Passagier ist, sondern die Emotion, ein Schiff zu steuern, erleben kann.

Skifahren und Berge für anderweitig Begabte
In den Bergen können sich Menschen mit Behinderung dem Sport widmen und voll und ganz ihren Urlaub genießen. In der Schneewelt von Dolomiti Stars lautet das Motto Skifahren für alle: Menschen mit Behinderung stehen Hilfsmittel wie Monoski zur Verfügung, ein Ski, auf dem Menschen mit Mobilitätseinschränkung an den Gliedmaßen sitzen können, und der Dualski, eine Art Tandem, mit dem man im Stehen Ski fährt und zugleich ganz einfach und aus der Nähe unterstützt werden kann. Die Skischulen des Skigebiets Dolomiti Stars bieten außerdem für Blinde die Möglichkeit, in Begleitung eines Guides Ski zu laufen, und Hörgeschädigten Skilehrer, die in der Lage sind, in der Zeichensprache zu kommunizieren. Der Sport und die Outdoor-Aktivitäten in den Bergen werden so ein wichtiges Element der sozialen Integration, bieten aber auch die Gelegenheit, sich mit den eigenen Fähigkeiten und den eigenen Grenzen zu messen und zu lernen, den eigenen Körper besser zu beherrschen.

Um die “therapeutische Kraft des Sports” wissen die Mitglieder der Vereinigung Brain Power, die seit 2003 anderweitig Begabten, Menschen mit Körperbehinderung (Paraplegie, Tetraplegie, Amputationen, Sehbehinderungen) und leichten geistigen Behinderungen Skiunterricht erteilen. Das Projekt, das aus der Leidenschaft und Hartnäckigkeit einer Gruppe von Skilehrern entstanden ist, hat sich zu einem Bezugspunkt für all jene entwickelt, die diesen Schwierigkeiten ausgesetzt sind und es schaffen wollen, die Unterschiede zu besiegen und die eigene Selbstachtung über das Erlernen dieser sportlichen Disziplin zu steigern. Die Vereinigung hat den Text mit der dazugehörigen Unterrichts-DVD “Skiunterricht für Menschen mit Behinderung” veröffentlicht, ein in seiner Art einzigartiges Werk in Italien, da es eine innovative didaktische Methode vorschlägt, die vom Verband der Skilehrer des Veneto und vom Internationalen Paralympischen Komitee (C.I.P.) anerkannt und angewandt wird.
In Zusammenarbeit mit einigen Skischulen entstand das erste Ski Center für Behinderte im Veneto, hoch qualifiziert im Angebot von Skikursen speziell für Menschen mit Behinderung, das in den Skigebieten Ski Civetta (BL), Cortina d’Ampezzo (BL), San Giorgio di Bosco Chiesanuova (VR) und, für Skilanglauf, Enego (VI) tätig ist. In diesen Zentren organisiert die Vereinigung in der Wintersaison Privatunterricht und Skikurse für Anfänger und fortgeschrittene Skiläufer, für jede Altersstufe, mit einem Skilehrer, der sich jedem einzelnen Schüler widmet.
PEDEMONTANA, DIE “HÜGEL DES VENETO”: DAS NEUE THEMA DES TOURISTISCHEN ANGEBOTS

Weniger bekannte Destinationen werden zu einem Synonym für ”Qualitätstourismus”

Meer, Berge im Winter und im Sommer, See, Kunststädte, Thermen, Delta: Das sind die Themen des Angebots, das bisher die Region Veneto geprägt hat, zu denen heute ein neuer wichtiger Vorschlag hinzukommt, das Gebiet der Pedemontana: Ein Name, der auf die Hügellandschaft des Veneto verweist, ein herrliches Gebiet am Fuß der Alpen, das die Provinzen Verona, Vicenza und Treviso durchzieht. In diesem Gebiet konzentrieren sich einige besondere Initiativen der Region Veneto, die darauf abzielen, einen Tourismus außerhalb der Hauptsaison als Ergänzung zum traditionellen Begriffspaar Meer/Berge zu bewerben. Es handelt sich um ein Projekt für 2 Millionen Euro, das die Verwaltungen von 137 Gemeinden (21 in der Provinz Verona, 71 in der Provinz Vicenza und 25 in der Provinz Treviso) mit einbezieht.

Die Tourismuszahlen im Veneto wachsen von Jahr zu Jahr; die Region setzt sich dafür ein, die vorhandenen Bereiche zu konsolidieren und neue Ziele hinzuzunehmen, die das Angebot der Hotellerie ergänzen und erweitern, mit der Möglichkeit, die Spitzenzeiten der Hochsaison zu entzerren. In diesem Kontext bietet das Hügelland des Veneto einzigartige Gelegenheiten, das Gebiet aufzuwerten, weil es sich um eine kostbare und wunderschöne Gegend handelt, die landschaftliche, geschichtlich–kulturelle Werte, landwirtschaftliche Aspekte und Nahrungsmittel und Erzeugnisse von absolut herausragender Bedeutung zu bieten hat. “Augenblicklich verzeichnet dieses Gebiet 1,5 Millionen Aufenthalte und 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr: bedeutende Zahlen, die wir in den nächsten drei Jahren um 30 Prozent steigern wollen. Das Projekt beabsichtigt, alle vorhandenen Gegebenheiten mit einzubeziehen, um dieses Gebiet Besuchern zu erschließen, die diesen Tourismus einer weniger bekannten Destination in einen Tourismus mit hohem Mehrwert verwandeln. Die kulturellen Ziele sorgen unter anderem für höher Ausgaben in diesem Gebiet: Im Durchschnitt 120 Euro am Tag je Aufenthalt, gegenüber 60 Euro, die beispielsweise ein Tourist in einem traditionellen Badeort am Meer ausgibt.” Die Hügel des Veneto zeichnen sich, in primis, durch weingastronomischen Tourismus aus: In diesem Gebiet konzentrieren sich neun Weinstraßen, einschließlich einiger der weltweit beliebtesten italienischen Weine, wie Amarone oder Prosecco di Conegliano Valdobbiadene, Soave oder Gambellara; nicht zu vergessen die DOP- und IGP-Erzeugnisse, wie der weiße Spargel aus Bassano, das Olivenöl des Gardasees, die Kirschen aus Marostica und die Esskastanien aus Combai. Aber dieses Gebiet ist auch reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten, mit der Burg von Soave oder der in Conegliano Veneto, den historischen Ortschaften, etwa hundert Villen des Veneto, darunter einige von ganz besonderem Wert wie die Villa Godi Malinverni, die erste Villa des Palladio, Villa Barbaro in Maser, Villa Emo in Fanzolo, oder Villa Santa Sofia in San Pietro in Cariano. Ein Gebiet, das bedeutende Zeugnisse des Großen Krieges aufweist: Namen wie Monte Pasubio, Monte Grappa, der Fluss Piave oder Vittorio Veneto sind untrennbar mit einer grandiosen und tragischen Geschichte verbunden, die unsere jüngste Vergangenheit gezeichnet hat. In den letzten Jahren wurde diese wieder entdeckt und wird es noch mehr, wenn sich 2015 der Erste Weltkrieg zum hundertsten Mal jährt. Und schließlich eine Gegend mit großartigen Zeugnissen der Schaffenskraft, nicht nur in der Vergangenheit mit Namen wie Palladio, Giorgione, Guardi (dessen Geburtstag 300 Jahre zurückliegt). Heute setzt sich diese Schaffenskraft fort und äußert sich in den Ausdrucksformen der Welt der Mode und des Stils, lässt große industrielle Produktionen entstehen, Namen wie Diesel, Dainese, Diadora, Nordica, ein Geschmack für das Schöne, der auch heute noch vorherrscht. In rein operativer Hinsicht sind Promotionmaßnahmen vorgesehen, die Schaffung eines Internetportals, das Festlegen der zu bewerbenden Strecken, die Einrichtung von Anwendungen für die Nutzung per Smartphone und Tablet, literarische Touren auf den Spuren großer Persönlichkeiten des Veneto, neben barrierefreien Touren und Initiativen, die sich insbesondere an Kinder richten.

GUTE GRÜNDE FÜR EINEN BESUCH DER STRÄNDE DES VENETO

“Die Bürger des deutschsprachigen Raums sind seit jeher die treuesten Gäste des Tourismus des Veneto und insbesondere unserer Badeorte. An sie richten wir uns dieses Jahr mit einer Reihe von Initiativen, die Werbung und Aufwertung des wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Tourismus der Küste und der Lagune von Venedig verbinden, und führen ein spezielles Projekt durch, das von den Tourismuskonsortien der gesamten Küste der Region präsentiert wird”. Der Landesminister für Tourismus der Region Veneto, Marino Finozzi, hat mit diesen Worten die Finanzierung mit 600.000 Euro angekündigt, welche die Regionalverwaltung zur Unterstützung dieser Initiative bereitgestellt hat. “Der deutschsprachige Markt ist der wichtigste Bezugsmarkt für das Wirtschaftsleben unserer Gastronomie und Beherbergungsindustrie: Die deutschen und österreichischen Touristen, die jedes Jahr an den Stränden des Veneto Urlaub machen, sind etwa 2,5 Millionen und verzeichnen etwa 20 Millionen Übernachtungen, und damit fast ein Drittel aller Übernachtungen der Region. Oft verbringen sie ihre Ferien und Urlaubsaufenthalte in besonders sanfter Form, und ziehen eine Unterbringung im Kontakt mit der Natur vor, um das Meer und das Landesinnere vollständig zu erleben, wobei einige Tage des Aufenthalts dem Besuch der Kunststädte oder dem Kauf typischer Produkte des Gebietes vorbehalten sind”. Information und Werbemaßnahmen für den Touristen betreffen Brauchtum, Aktivitäten und Gewohnheiten, Verhaltensweisen, die respektvoll mit dem Territorium, der Umwelt, den Bräuchen und Traditionen der Badeorte der Küste des Veneto umgehen. “Wir wollen innovative Tourismuswerbung machen, die in der Lage ist, die Besonderheiten des Veneto mit der Geschichte, der Natur, der Lagunenlandschaft, den Erfahrungen und neuen touristischen Aktivitäten zu verbinden, die durch eine Verbindung der Küsten und Lagunen mit dem Hinterland und den Angeboten der Kultur, der Kunst und den kulinarischen Highlights umgesetzt werden können”. So soll eine “Landing Page” mit Präsentation des Tourismus im Veneto eingerichtet werden, die alle Besucher des Web auf die touristischen Webseiten, vor allem jene der Region lenkt www.veneto.to, auch angesichts der massiven Werbekampagne, die im vergangenen Jahr in den wichtigsten deutschen Webseiten, die sich mit Tourismus befassen, durchgeführt wurde und die es erlaubt hat, den Bekanntheitsgrad des regionalen Tourismusportals zu steigern. Außerdem wird eine Werbekampagne der Tourismusorte an den Stränden des Veneto in der “Bild” geschaltet, der auflagenstärksten Tageszeitung in Europa, mit 13 Millionen Lesern in Deutschland, und ein Gewinnspiel durchgeführt, bei dem eine oder mehrere Reisen ins Veneto verlost werden, um ein Database anzulegen, das für Marketingaktivitäten per E-Mail verwendet werden kann. “An der Werbekampagne nehmen alle Tourismuskonsortien unserer Küste teil, die als federführendes Mitglied das ‘Konsortium Card del Po’ angegeben haben”.

NATUR

6 blaue Flaggen: Es handelt sich um das Ökosiegel, das Fee Italia, die Foundation for Environmental Education, im Jahr 2011 an die Strände des Veneto in Bibione, Caorle, Eraclea, Jesolo, Cavallino und Lido di Venezia vergeben hat. 6 Flaggen, die fast vollständig die 150 Kilometer Strände des Veneto abdecken, die nicht nur für die saubere Wasserqualität, sondern auch insgesamt für ihre barrierefreie Zugänglichkeit ausgezeichnet wurden und von den Radwegen bis zur Abfallentsorgung hier Kriterien für einen nachhaltigen Umgang mit dem Territorium berücksichtigen.

In Sachen Umweltschutz feiert Bibione 10 Jahre EMAS-Zertifizierung, jener internationalen Umweltauszeichnung, welche die Verteidigung empfindlicher Ökosysteme im gesamten Gebiet auszeichnet: Bibione war der erste touristische Pol in Europa, der diese Zertifizierung erhalten hat, da es seit jeher ein ökologisches Bewusstsein an den Tag legt, das auf eine touristische Entwicklung abzielt, die es vermag, die Biodiversität zu bewahren.

GUTE GRÜNDE FÜR EINEN BESUCH DES GARDASEES

Ein See rundum, 365 Tage im Jahr – Der von Mittelmeerlandschaft umgebene und von den Alpen gekrönte Gardasee ist der größte See Italiens und Visitenkarte des „Belpaese“ für die Besucher, die aus dem Norden Europas kommen. Jedes Jahr drängen sich viele Touristen an seinen Stränden, in seinen kleinen historischen Ortschaften und in den nahen Kunststädten. 2006 waren es mehr als 3 Millionen (insgesamt über 24 Millionen Übernachtungen), von denen 60% aus dem Ausland kamen, besonders aus Deutschland, England, Österreich, den Niederlanden und Skandinavien.

Dank seines milden Klimas ist der Gardasee das ganze Jahr über Ziel für den Tourismus, auch wenn die Ankünfte sich vor allem zwischen Ostern und Ende Oktober konzentrieren. Seine erfolgreiche Mischung besteht aus Sonne, Strand und Entspannung, wozu die Schönheit der Landschaft kommt und die Möglichkeit, einen Aktivurlaub zu verbringen, der sich vor allem um Segeln und Windsurfing dreht. Durch den in einigen Abschnitten besonders gleichmäßig wehenden Wind ist der Gardasee ein hervorragender Austragungsort für Regatten. Aber die Sportfreunde finden auch andere Gelegenheiten: die Fahrradwege auf den Bergen um den See herum, Trekking natürlich, Freeclimbing, Paragliding von den Spitzen des Monte Baldo und das Golfspiel. Fitness und Wellness in hervorragend ausgestatteten Hotels machen das Angebot komplett.

In letzter Zeit hat das weingastronomische Angebot besonderen Anklang gefunden, das selbstverständlich von dem reichlich vorhandenen und, dank des sauberen Wassers des Gardasees besonders unverfälschten Süßwasserfisch ausgeht und sich dann mit den regionalen Spezialitäten der Lombardei, Venetiens und des Gebiets von Trient verbindet. Aber mit dem Fisch ist das gastronomische Angebot der Gegend absolut nicht erschöpft, das von den typischen Produkten der Berge wie Käse, Pilze, Trüffel und Kastanien bis zu den typischen Mittelmeerspezialitäten wie dem berühmten nativen Olivenöl reicht. Zu den verschiedenen gastronomischen Empfehlungen kommen die wirklich hervorragenden Weine der Hügel des Landesinneren, wie der Bardolino, der Marzemino, der Lugana, der Bianco di Custoza, der Valpolicella, der Vino Santo Trentino, der Garda Classic Groppello, der Chiaretto. Es gibt viele Restaurants und Gaststätten direkt am See, in denen man neue Geschmacksrichtungen entdecken und genießen kann.

In den oft von Türmen oder Burgen überragten Ortschaften, die auf den See blicken, kann man eine entspannte Atmosphäre finden, zum Spazierengehen, Einkaufen, um den Möwen zuzusehen oder in einer Bar einen Aperitif zu trinken. Diese kleinen, über 145 Kilometer Küste verstreuten Orte, mit über 1.000 Hotels und 100.000 Betten sind die eigentliche Essenz des Gardasees und seiner Kultur. Von hier kann man auf Entdeckung der historischen Überreste der Gegend gehen. Besonders sehenswert sind die römische Villa in Sirmione, die so genannten „Grotten des Catull“ oder die großartige Anlage des Vittoriale, die von D’Annunzio in den dreißiger Jahren in Gardone eingerichtet wurde, oder die mittelalterliche Burg von Arco und die Skaligerburg in Malcesine oder die moderne Drahtseilbahn, die in wenigen Minuten auf den Monte Baldo in 2000 m Höhe fährt, mit einem großartigen Ausblick.

Und die Überraschungen hören hier nicht auf: Den Kindern, aber nicht nur ihnen, schenkt der Gardasee besondere Attraktionen mit den Vergnügungsparks der Gegend.

Die nächsten Flughäfen, die von den größten europäischen Städten angeflogen werden, um den See zu erreichen, sind der Flughafen von Verona Villafranca, auch „Flughafen des Garda“ genannt, der seit Juni neue Low-Cost-Flüge aus ganz Europa eingeführt hat, der Flughafen von Brescia Montichiari und der Flughafen von Bergamo.